Automobil
Konstruktion
03/ 2008 von Nicole Golomb
Damit der Ruf nicht ruiniert
wird
Schutz vor Plagiaten für Hersteller, Händler
und Verbraucher

Für das bloße Auge unsichtbar:
Produktsicherung von Ersatzteilen mit Mikrofarbcodes |
Der weltweite
Schaden durch Produktfälschungen
in der Automobilindustrie beläuft
sich auf geschätzte 12 Mrd. US-$.
Umsatzeinbußen und Produkthaftungsprozesse
stellen Hersteller vor große
Herausforderungen. Die stetig steigende
Anzahl gefälschter Ersatzteile
ist aber auch eine potenzielle Gefahr
für die Verbraucher.
Neben politischen Initiativen und rechtlichen
Maßnahmen gegen Produktpiraterie
rücken konsequente Rückverfolgung
und effektive Produktsicherung immer
mehr in den Mittelpunkt.
Die amerikanische Motor & Equipment
Manufacturers Association (MEMA) schätzt
den durch gefälschte Ersatzteile
entstandenen Schaden alleine für
die US Automobilindustrie auf 3 Mrd.
US-$. Weltweit wird dieser von vielen
Experten als eher konservativ bezeichnete
Schaden auf 12 Mrd. US-$ beziffert.
2006 beschlagnahmte der deutsche Zoll
automobile Produkte im Wert von 5,5
Mio. €, was einer Steigerung von
688 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Ford erleidet einer Studie zufolge
durch Produktpiraterie pro Jahr Umsatzeinbußen
von circa 1 Mrd. US-$. Die realen Kosten
könnten sich Ford zufolge aber
auf einen weitaus höheren Betrag
belaufen.
Auch die OECD warnt in ihrem Bericht „The
Economic Impact of Counterfeiting and
Piracy“ explizit vor gefälschten
Autoersatzteilen. Durch Fälschungen
wird der Käufer nicht nur getäuscht,
indem er ein anderes Produkt bekommt
als er eigentlich kaufen wollte, die
Nutzung von Plagiaten im Ersatzteilbereich
kann gravierende Folgen für die
Leistung und die Sicherheit des Fahrzeuges
mit sich bringen. Gefälschte Teile
erweisen sich bei Tests häufig
als minderwertig und nicht für
den vorhergesehenen Gebrauch geeignet.
Ist
der Ruf erst ruiniert…
Vorbeugung gegen Piraterie ist primär
Aufgabe eines jeden Unternehmens selbst:
Gelangt ein gefälschtes Produkt
in den Handel und richtet dort Schaden
an, haftet zunächst der Hersteller.
Er ist in der Beweispflicht und muss
belegen, dass das Produkt, das den
Schaden verursacht hat, eine Fälschung
ist und er nicht für den Nachteil
des Verbrauchers verantwortlich und
somit nicht haftbar ist. Dies zieht
mitunter langwierige
und kostenintensive Produkthaftungsprozesse
nach sich. Auch der gute Ruf der von
Fälschungen betroffenen Unternehmen
steht auf dem Spiel. So nimmt das Vertrauen
des Verbrauchers in eine Marke rapide
ab, wenn das Unternehmen wegen verkaufter
Fälschungen in die Schlagzeilen
gerät. Nicht besser ergeht es
dem Händler, der die gefälschten
Ersatzteile verkauft und in das Auto
eingebaut hat.
Hersteller und Händler müssen
sich verstärkt gegen Plagiatsvorwürfe
und die daraus entstehenden moralischen
und finanziellen Einbußen absichern.
Der internationale Automobilzulieferer
Continental ergreift harte Maßnahmen
gegen Produktpiraten: Bereits Ende
letzten Jahres konnten 19 500 Antriebsriemen
und Verpackungen des Unternehmens vom
Zoll sichergestellt und in einer Schreddermaschine
vernichtet werden. Im August 2007 wurden
ein taiwanesischer Händler und
ein Generalimporteur wegen der Fälschung
von Keilriemen und Leerverpackungen
zu Schadenersatzzahlungen verpflichtet.
Die
ganze Palette der Fälschungen
Fälschungen in der Automobilbranche
verursachen dem Autofahrer erheblichen
finanziellen Schaden. Ist das gefälschte
Ersatzteil erst einmal in das Auto
eingebaut, ist es für den Fahrer
quasi unmöglich, das Plagiat zu
erkennen.
Bremsbeläge, die aus Holz oder
Kuhdung gefertigt sind, werden ebenso
in Autos eingebaut wie Windschutzscheiben
aus einfachem Fensterglas oder fehlerhafte
Lenkungssysteme. Ein gefälschter Ölfilter
kann einen Motorschaden von mehreren
Hundert oder gar Tausend Euro zur Folge
haben. Laut OECD sind Nachfrage
und Gewinnspanne bei Ersatzteilen für
Autos, die sich seit mindestens drei
Jahren auf dem Markt befinden, besonders
hoch. Das Spektrum der Fälschungen
beginnt bei Produkten aus Überproduktion,
die mit dem Originalhersteller-Logo
versehen und illegal zwecks Preiserhöhung
unter diesem Namen vertrieben werden
und reicht ferner von gefälschten
Verpackungen, über einzelne gefälschte
Komponenten bis hin zu gesamten Ersatzteilen.
Für den Verbraucher wird es gefährlich,
wenn die Qualität nicht mehr der
vom Original zu erwartenden entspricht.
Immer stärker sind die Hersteller
in der Pflicht, sich und ihre Kunden
vor Fälschungen zu schützen:
Zum einen muss die Rückverfolgbarkeit
der Produkte von ihrer Entstehung bis
hin zum Endverbraucher gewährleistet
sein, zum anderen wird die Kennzeichnung
mit Produktschutzmerkmalen, die die
Teile eindeutig als Originale identifizieren,
immer wichtiger. Vom
Hersteller bis zum Kunden
Für die Rückverfolgbarkeit
von automobilen Ersatzteilen stehen
verschiedene Möglichkeiten wie
Barcode, RFID oder Datamatrix-Code
zur Verfügung. Auch für
die Fälschungssicherheit bieten
sich verschiedene Methoden an. Sicherungsmerkmale
werden direkt auf das Produkt aufgebracht
(Direct Part Marking). Ebenso können
Etiketten und Verschlusssiegel-Produkte
und Verpackungen als Originale gekennzeichnet
werden.
Automobile Ersatzteile sind häufig
schwer und voluminös und finden
ihren Weg meist als große Container-Lieferungen über
die üblichen Handelswege in
den Exportmarkt. Oft sind die Inhalte
solcher Container exakt gekennzeichnet
und verfügen auch über
die richtigen Papiere, Verpackungen
und Beschriftungen. Sowohl Verpackungen
als auch Anti-Fälschungsmerkmale
wie Sicherungsetiketten und Hologramme
werden mittlerweile so detailgetreu
gefälscht, dass es nicht immer
möglich ist, ein Original auf
den ersten oder sogar zweiten Blick
von einer Fälschung zu unterscheiden.
Traceability-Merkmale ermöglichen
Produzenten und Händlern sowie
Zoll- und Kriminalbeamten jederzeit
einen Einblick in die Logistikkette
des Produktes. Heutige Traceability-Codes
werden zwar immer sicherer, eine
Garantie gegen etwaige Fälschungen
ist dennoch nicht gegeben. Barcodes,
RFID- oder Datamatrix- Codes sollten
durch ein weiteres Merkmal ergänzt
werden, das ausschließlich
dem Schutz gegen Fälschungen
dient.

Die Kombination aus Micro-Farbcodepartikeln
und Data-Matrix-Code garantiert
Rückverfolgbarkeit und Fälschungssicherheit

Kleinste Mikro-Farbcodepartikel
|
Fälschungssichere
Traceability
International vor Gericht
anerkannt sind winzig kleine
Mikro-Farbcodepartikel,
mit denen Unternehmen ihre
Produkte eindeutig als Original
ausweisen können. Die
weltweit kleinsten Farbcodepartikel
mit einer Größe
von 5 bis 45 µm setzen
sich aus vier bis elf Farbschichten
zusammen. Die Kombination
der verschiedenen Farben,
ihre
Anordnung und die Dicke der
Schichten ergeben einen individuellen
Produktcode.
Im Falle der Automobilindustrie
sind sowohl die eigentlichen
Produkte als auch ihre Primär-
und Sekundärverpackungen
anfällig für Fälschungen.
Dieses Problem lässt sich
durch eine maßgeschneiderte
Kombinationslösung beheben:
So kann die Verpackung der
Ersatzteile beispielsweise
durch einen auf
ein Etikett aufgedruckten Traceability-Code
für die Rückverfolgung
gekennzeichnet werden. Auf
das gleiche Etikett wird nun
der
Farbcode aufgebracht, der fortan
den Traceability-Code ebenso
wie das Produkt selbst als
Original erkennbar macht.
Wichtigste Voraussetzung für
diese Sicherheit ist natürlich,
dass Unternehmen sich ihrer Verantwortung
gegenüber den Verbrauchern
bewusst sind und ihre Produkte
eindeutig und nachhaltig vor
Fälschern absichern.
Original? Mit Sicherheit!
Die weltweit kleinsten Farbcodepartikel „Secutag“ aus
Melamin-Alkyd-Polymeren sind
hitzebeständig und unempfindlich
gegenüber organischen Lösemitteln
und Chemikalien. Die Codes werden
den hohen Anforderungen der Materialprüfung
in der Automobilindustrie gerecht,
weshalb sich das System zur Direktsicherung
von Fahrzeugteilen eignet. Ebenso
werden Verpackungen gesichert.
Durch die Kombination mit Traceability-Codes
wird auch die logistische Rückverfolgbarkeit
gewährleistet.
Die Ware kann jederzeit weltweit
in bestehenden Datenbanken überprüft
und als Original identifiziert
werden.
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Informationen zur Publikation unter www.kem.de/ak
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